Immer wieder Montags: Die Transferspirale

imw_karlsruheIn der letzten Woche hatte ich noch etwas gefeiert, als ich las, dass Rouwen Hennings den KSC in der Woche vor dem Spiel gegen den FSV Frankfurt noch verlassen würde. Dieses erhabene Gefühl verschwand jedoch spätestens in der 47. Spielminute, in der sich die Mannschaft aus Bornheim selbst besiegt hatte.

Ich will damit nicht sagen, dass die Schwarz-Blauen nicht verdient verloren haben – doch schlug man sich vor allem selbst. Das man solche Bälle wie die des Oumari in der 15. Minute nicht in die Mitte klärt lernt man schon früh in der Jugend. Das zweite Slapstick-Tor hinterlässt den gleichen faden Beigeschmack.

Doch kommen wir zurück zu Hennings, dem neuen Stürmer des FC Burkley. Laut transfermarkt.de ist die Ablöse 2,5 Mio. Euro. In einigen Artikeln liest man sogar Zahlen von bis zu 4 Mio. Zudem verdient Hennings wohl 50.000 Euro im Monat – das ist das dreifache an Gehalt, was er in Karlsruhe bekommen hat. Uwe Hünemeier ist in der gleichen Woche ebenfalls auf die Insel gewechselt, für schlanke 2,7 Mio Euro.

Auf was ich hinaus will: In der letzten Zeit wurde in der ersten Liga häufig über die Fernsehgelder in England diskutiert und das diese einen starken Einfluss auf die Ablösen in ganz Europa haben. Ich bin der Meinung, dass wir diese Diskussion nun auch in der zweiten Liga führen müssen. Das Geld aus England, selbst das der zweiten Liga, startet auch in unserer zweiten Liga eine Spirale, der man entgegentreten muss. Es kann nicht sein, dass ein fast 30 jähriger Innenverteidiger wie Hünemeier dem SCP noch so viel Geld bringt. Er ist zwar ein guter Spieler, aber 2,7 Mio Euro? Wo kommen wir dahin?

Diese Transfererlöse helfen nur dabei, dass die Schere zwischen den Vereinen im oberen Drittel der zweiten Liga zum Rest noch weiter auseinander geht. Das Positive ist, dass, auch wenn man jetzt so viel Geld hat, dieses schwer auf den Platz stellen kann. Wenn schon die englische zweite Liga hier die Spieler kauft, ist es ein Zeichen dafür, dass adäquater Ersatz schwer aufzufinden oder ebenfalls teuer ist. Folgerichtig sind diese Teams erstmal geschwächt (was dem KSC gegen den FSV jedoch nichts ausgemacht hat).

Das Negative überwiegt jedoch. Gerade die kleinen Vereine werden diese Spirale nur schwerlich mitgehen können. Wenn ein einzelner Transfer soviel Geld einspielt, dass man damit das Stadion in Bornheim ausbauen und mit einem Dach versehen könnte, dann muss man die Frage nach der Verhältnismäßigkeit stellen.

Karl-Heinz Rummenigge vom FC Bayern fordert immer mehr Fernsehgelder, damit die Bundesliga mit der Premier League finanziell mithalten kann. Leider entgeht ihm dabei die Tatsache, dass die Teilnahme an der Champions League die Schere in der ersten Liga auseinander treibt, von der sein Verein profitiert. Ich finde seine Forderung deshalb arg heuchlerisch. Ich würde eher fordern, dass es weniger Fernsehgelder in England gibt – was selbstredend Unsinn ist.

Gibt es eine andere Option als dem Schlag der Trommel zu folgen?

So spielte der FSV:
Weis – Bittroff, Gugganig, Oumari, Epstein – Halimi, Konrad, Perdedaj, Golley (51. Rolim) – Dedic (72. Park), Kapllani (75. Schahin)


In “Immer wieder Montags” schreibt Jörg – wenn er denn Zeit hat – kurz und bündig über ein bestimmtes Thema.

Das Photo wurde von Rene Schwarz zur Verfügung gestellt. Danke dafür.

Franzi hat einen Spielbericht geschrieben, zu finden auf Hallo Frankfurt.

Jörg ist nun erstmal im Urlaub. Immer wieder Montags kommt zum 7. September zurück.

Immer wieder Montags: Freiwild in Neongelb?

bfcfsvDas Spiel in der ersten Runde des DFB-Pokal ist für den FSV Frankfurt schon wieder Geschichte. Glanzlos schlug man den BFC Dynamo mit 2:0 und kann sich auf eine weitere Runde im Verbandspokal freuen.

Heute will ich nur wenige Worte über die Leistung der Mannschaft sprechen, die die meiste Zeit im Jahn-Sportpark souverän der Favoritenrolle gerecht wurde. Ich möchte hingegen lieber über einen Vorfall nach dem Spiel reden.

Nach dem Sieg der Bornheimer musste der Schiedsrichter, Matthias Jöllenbeck aus Freiberg, zusammen mit seinen Assistenten vom Platz eskortiert werden (wie im Tweet von Sebastian Wells zu lesen). Auch Julian Graeber, ein freier Journalist, twittert über das Thema:

Indes ist im Artikel von Sportschau.de (Zum Spielbericht), noch im Spielbericht des Kickers (Zum Spielbericht) etwas darüber zu lesen. Zwei Berliner Zeitungen greifen die Vorkommnisse dennoch auf.

So schreibt die Berliner Morgenpost: Die generell fehlende Konzentration im Abschluss verhinderte eine bessere Ausbeute des BFC. Und gewiss nicht das Schiedsrichtergespann, wie einige unverbesserliche Fans wohl fanden und dafür sorgten, dass die Unparteiischen unter Polizeischutz in die Kabine geleitet werden mussten.

Auch die BZ stimmt in den Chor ein: Peinlich verhalten sich einige BFC-Anhänger. Nach Abpfiff verzögert sich der Abgang des Schiris, Bierbecher fliegen, die Polizei führt Jöllenbeck unter weiteren Bierduschen in die Kabine. BFC-Sprecher Christoph Romanowski: „Wir werden den Vorfall untersuchen, gegebenenfalls Maßnahmen ergreifen.“

Was kann man dazu noch sagen? Einige Berichte greifen die Vorfälle nicht erst auf, andere spielen sie mit Begriffen von “unverbesserlichen Fans” oder “Peinlich” herunter. Aber hier kann man es ja machen, bei einem Spiel, dass unter dem Radar läuft, dass vielleicht nicht die großen Menschenmassen mobilisiert oder mehr als ein Dutzend Zuschauer beim Einzelspiel bei Sky vorweist. Trotzdem ist es der DFB-Pokal. Man stelle sich vor, so etwas würde bei einem Spiel mit Beteiligung von Dortmund oder Bayern passieren. Offensichtlich haben sich Verein (“gegebenenfalls Maßnahmen ergreifen“) als auch schon die lokalen Druckerzeugnisse der Hauptstadt schon mit diesem Zustand beim BFC Dynamo abgefunden. So als wäre es normal, dass der Schiedsrichter mit Bierduschen und geworfenen Gegenständen in die Kabine gejagt wird. Ist es aber nicht. Wer allerdings das Problem verschweigt oder herunterspielt hilft nicht bei dessen Lösung, sondern legitimiert es als Status Quo.

So spielte der FSV:
Weis – Huber, Gugganig, Oumari, Bittroff – Perdedaj, Konrad – Epstein, Golley (90. Halimi) – Dedic (66. Kruska), Kapllani (88. Park)


In “Immer wieder Montags” schreibt Jörg – wenn er denn Zeit hat – kurz und bündig über ein bestimmtes Thema.

Das Photo wurde von Jürgen Eimer zur Verfügung gestellt. Danke dafür.

Franzi hat einen Spielbericht geschrieben, zu finden auf Hallo Frankfurt.

#002 – Vs BFC Dynamo 15/16 DFB-Pokal

Es ist soweit: Unsere zweite Folge – dieses Mal sogar mit vollständiger Besetzung.

Wir besprechen torlose Unentschieden der schwarz-blauen in Bielefeld, unseren Gegner in der ersten Runde des DFB-Pokal und sonstige Ereignisse aus Verein und Fanszene.

Hört rein.


 

 

Credits für die wunderbare Intro Musik gehen an die Freibeuter AG. Wenn ihrs ganz hören oder Downloaden wollt, könnt ihr das hier tun.

Immer wieder Montags: Edmond ohne Kuchen

IwM - Bielefeld“Wie schön, dass du geboren bist, wir hätten dich sonst sehr vermisst”, heißt eine Zeile in einem bekannten Geburtstagsständchen. Vielleicht war es auch das Ständchen, dass die Mannschaft des FSV Frankfurt am vergangenen Freitag ihrem Mittelstürmer sangen, während sie im Mannschaftsbus nach Bielefeld fuhren. Was dann selbst in Bielefeld auf dem Platz passierte war allerdings dem Wiegenfeste des Albaners nicht wirklich angemessen.

Man muss sich die Frage stellen, wie man einen Mittelstürmer an seinem Geburtstag so verhungern lassen kann.

Eine erste allgemeine Analyse des Spieles ergibt, dass Torwart Weis und die Viererkette aus Huber, Gugganig, Oumari und Bittroff nicht schlecht gespielt hat – so lässt es zumindest das Ergebnis erscheinen. Weis hat in meinen Augen wirklich gut gespielt und ist bisher ein adäquater Ersatz für Patric Klandt. Gugganig spielt derweil unauffällig und hatte mit dem Freistoß die wohl beste Chance der Bornheimer. Oumari macht weiterhin die gleichen Fehler im Spielaufbau wie in der Vorsaison. Bittroff und Huber verteidigen beide solide, nur nach vorne ging mit ihnen an diesem Spieltag wenig.

Werfen wir also einen Blick auf das Mittelfeld. Konrad als Kapitän und defensiver Mittelfeldspieler macht seine Sache unaufgeregt und solide, auch wenn Perdedaj in beiden Spielen meiner Meinung nach der bessere Sechser war. Das Problem bei diesem Duo ist allerdings, dass sie sich absprechen müssen, wer von beiden aufrückt und wer absichert. Das klappte mit dem Duo Konrad/Kruska deutlich besser. Man soll mich nicht missverstehen: Ich halte Perdedaj für einen außerordentlichen Neuzugang, der in den letzten Wochen zurecht in der Startelf stand – trotzdem wirkt dieses Duo bisher nicht sonderlich eingespielt.

Bisher ist für mich festzuhalten, dass Bittroff und Huber wenig offensiv arbeiteten und die Abstimmung zwischen Konrad und Perdedaj noch fehlt. Was allerdings in der offensiven Mittelfeldreihe passiert führte schlussendlich zu der Tatsache, dass Edmond Kapllani  ohne den Geburtstagskuchen im Sturmzentrum verhungerte.

Die Dreierreihe aus Engels, Golley und Halimi war mit dem der Vorwoche nicht zu vergleichen. Dort wurden die Bälle immer wieder verloren, weil es an Laufbereitschaft, Präzision und einem deutlichen Plan fehlte – und zwar in der gesamten Mannschaft. Es ist kein Wunder, dass Engels nach 30 Minuten mit weniger als zehn Ballkontakten dann auch auf die Bank darf. Halimi wirkte ungewohnt unsicher und Golley war häufiger im Zentrum zu finden als auf dem Flügel und machte so das Spiel unnötig eng. So kam es durch die “Standhaftigkeit” der FSV Spieler zu der Abmeldung von Edmond Kapllani an seinem 33. Geburtstag und zu der Auswechslung in der 62. Minute.

Doch was ist aus diesem Spieltag mitzunehmen? Der FSV steht defensiv gut, doch fehlt es noch an der offensiven Abstimmung. In diesem Sport sind die Bewegungen der Spieler ohne Ball meist viel wichtiger als die Bewegungen der Spieler mit Ball. Die gesamte Mannschaft muss mehr laufen, um sich in den Strafraum des Gegners zu arbeiten – ansonsten verliert die offensive Mittelfeldreihe immer in Unterzahl das Spielgerät an den Gegner. Damit geht auch die Chance flöten Tore und Siege einzufahren.

Warten wir das Pokalspiel ab. Leipzig war ein gutes Spiel, Bielefeld ein mäßiges. Wir müssen uns gedulden.

So spielte der FSV:
Weis – Huber, Gugganig, Oumari, Bittroff – Konrad, Perdedaj – Engels (32. Epstein), Halimi (75. Rolim), Golley – Kapllani (62. Dedic)


In “Immer wieder Montags” schreibt Jörg – wenn er denn Zeit hat – kurz und bündig über ein bestimmtes Thema.

Das Photo wurde von Roland Lummer zur Verfügung gestellt. Danke dafür.

Immer wieder Montags: Rückblick Vs. RB Leipzig

 

“Heute Abend werde ich mich noch Ärgern, morgen ist der Frust in der Regel dann weg”, höre ich mich selbst am Samstag vor der Südtribüne noch sagen. Doch heute am Montag Mittag will sich der Ärger über die Niederlage gegen Leipzig noch nicht ganz aus der Brust verflüchtigen.

Trotzdem bin ich im positiven überrascht von der Leistung der Schwarz-Blauen am vergangenen Samstag, hat man dem haushohen Favoriten doch zumindest die Stirn bieten können. Der FSV hat in einer Art und Weise verteidigt und gepresst wie seit langem nicht mehr, stand kompakt und konnte gegen die hochstehenden Orban und Nukan hier und da zu Torgefahr kommen. Die Leistung der Mannschaft im Ganzen war gut, doch wurde sie durch zwei individuelle Fehler nicht belohnt: Zum einen ist es Perdedaj, der den Ball zu einfach verliert, zum anderen Bittroff, der den Querschläger, den Sabitzer dann ausnutzen kann, verursacht. Weis ist in dieser Szene dann ohne Chance.

Fußball ist kein Spiel der Konjunktive. Man kann sich nun lange darüber Ärgern, dass Dedic, Gugganig und Oumari ihre Chancen nicht nutzten. Man muss aber auch sagen, der Leipzig mit Hierländer, Nukan, Orban und Jung eine herausragende Abwehr stellen, die besonders im Luftkampf kaum zu schlagen ist. Ein großes Kompliment an Halimi, der trotz des Größenunterschiedes keinem Duell mit Nukan aus dem Weg ging.

Ein Seitenhieb auf Schiedsrichter Hartmann kann ich mir trotzdem nicht verwehren. Viele Szenen, besonders der Stürmer Poulsen und Selke, waren aufgrund ihrer Häufigkeit und Intensität gelbwürdig. Nicht zu vergessen, dass Ballas nach zehn Minuten schon verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste und Oumari auch ärztliche Behandlung auf dem Feld benötigte.

So wird der Ärger über das Ergebnis bei mir noch ein oder zwei Tage anhalten, aber muss man deutlich sagen, dass Bornheim gut gegen einen Gegner gespielt hat, der auf jeden Position zumindest auf dem Papier besser besetzt ist. Wenn das Teamwork, die Laufbereitschaft und die Spiellust aufrecht erhalten werden kann, so mache ich mir für die nächsten Spiele gegen Bielefeld (Fr, 31.07., 18:30 Uhr) und BFC Dynamo (Fr, 07.08., 19:00 Uhr) wenig Sorgen.

So spielte der FSV:
Weis – Huber, Ballas (10. Gugganig), Oumari, Bittroff – Engels (73. Kapllani), Perdedaj, Konrad, Golley – Halimi (63. Rolim) – Dedic


In “Immer wieder Montags” schreibt Jörg – wenn er denn Zeit hat – kurz und bündig über ein bestimmtes Thema.

Das Photo wurde von Nadine Merten zur Verfügung gestellt. Danke dafür.

#001 – Vs RB Leipzig 15/16

Gude und herzlich Willkommen zu unserer ersten Episode!
Heute ist Jörg für euch am Start, der einen kurzen Einblick in dieses Projekt gibt, die Zu- und Abgänge des FSV bewertet, die Gemengelage der 2. Bundesliga einschätzt und zuletzt einen Blick auf den kommenden Gegner aus Leipzig gibt.
Hört ‘rein!