Immer wieder Montags: Edmond ohne Kuchen

IwM - Bielefeld“Wie schön, dass du geboren bist, wir hätten dich sonst sehr vermisst”, heißt eine Zeile in einem bekannten Geburtstagsständchen. Vielleicht war es auch das Ständchen, dass die Mannschaft des FSV Frankfurt am vergangenen Freitag ihrem Mittelstürmer sangen, während sie im Mannschaftsbus nach Bielefeld fuhren. Was dann selbst in Bielefeld auf dem Platz passierte war allerdings dem Wiegenfeste des Albaners nicht wirklich angemessen.

Man muss sich die Frage stellen, wie man einen Mittelstürmer an seinem Geburtstag so verhungern lassen kann.

Eine erste allgemeine Analyse des Spieles ergibt, dass Torwart Weis und die Viererkette aus Huber, Gugganig, Oumari und Bittroff nicht schlecht gespielt hat – so lässt es zumindest das Ergebnis erscheinen. Weis hat in meinen Augen wirklich gut gespielt und ist bisher ein adäquater Ersatz für Patric Klandt. Gugganig spielt derweil unauffällig und hatte mit dem Freistoß die wohl beste Chance der Bornheimer. Oumari macht weiterhin die gleichen Fehler im Spielaufbau wie in der Vorsaison. Bittroff und Huber verteidigen beide solide, nur nach vorne ging mit ihnen an diesem Spieltag wenig.

Werfen wir also einen Blick auf das Mittelfeld. Konrad als Kapitän und defensiver Mittelfeldspieler macht seine Sache unaufgeregt und solide, auch wenn Perdedaj in beiden Spielen meiner Meinung nach der bessere Sechser war. Das Problem bei diesem Duo ist allerdings, dass sie sich absprechen müssen, wer von beiden aufrückt und wer absichert. Das klappte mit dem Duo Konrad/Kruska deutlich besser. Man soll mich nicht missverstehen: Ich halte Perdedaj für einen außerordentlichen Neuzugang, der in den letzten Wochen zurecht in der Startelf stand – trotzdem wirkt dieses Duo bisher nicht sonderlich eingespielt.

Bisher ist für mich festzuhalten, dass Bittroff und Huber wenig offensiv arbeiteten und die Abstimmung zwischen Konrad und Perdedaj noch fehlt. Was allerdings in der offensiven Mittelfeldreihe passiert führte schlussendlich zu der Tatsache, dass Edmond Kapllani  ohne den Geburtstagskuchen im Sturmzentrum verhungerte.

Die Dreierreihe aus Engels, Golley und Halimi war mit dem der Vorwoche nicht zu vergleichen. Dort wurden die Bälle immer wieder verloren, weil es an Laufbereitschaft, Präzision und einem deutlichen Plan fehlte – und zwar in der gesamten Mannschaft. Es ist kein Wunder, dass Engels nach 30 Minuten mit weniger als zehn Ballkontakten dann auch auf die Bank darf. Halimi wirkte ungewohnt unsicher und Golley war häufiger im Zentrum zu finden als auf dem Flügel und machte so das Spiel unnötig eng. So kam es durch die “Standhaftigkeit” der FSV Spieler zu der Abmeldung von Edmond Kapllani an seinem 33. Geburtstag und zu der Auswechslung in der 62. Minute.

Doch was ist aus diesem Spieltag mitzunehmen? Der FSV steht defensiv gut, doch fehlt es noch an der offensiven Abstimmung. In diesem Sport sind die Bewegungen der Spieler ohne Ball meist viel wichtiger als die Bewegungen der Spieler mit Ball. Die gesamte Mannschaft muss mehr laufen, um sich in den Strafraum des Gegners zu arbeiten – ansonsten verliert die offensive Mittelfeldreihe immer in Unterzahl das Spielgerät an den Gegner. Damit geht auch die Chance flöten Tore und Siege einzufahren.

Warten wir das Pokalspiel ab. Leipzig war ein gutes Spiel, Bielefeld ein mäßiges. Wir müssen uns gedulden.

So spielte der FSV:
Weis – Huber, Gugganig, Oumari, Bittroff – Konrad, Perdedaj – Engels (32. Epstein), Halimi (75. Rolim), Golley – Kapllani (62. Dedic)


In “Immer wieder Montags” schreibt Jörg – wenn er denn Zeit hat – kurz und bündig über ein bestimmtes Thema.

Das Photo wurde von Roland Lummer zur Verfügung gestellt. Danke dafür.

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